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Terrassenvergrößerung nur mit Zustimmung aller Eigentümer

15. April 2019

Wer zu den glücklichen Wohnungseigentümern gehört, zu deren Wohnung eine Terrasse gehört, muss gut aufpassen, wenn deren Vergrößerung geplant ist. Eine solche kann man nämlich nicht eigenmächtig vornehmen, sondern benötigt hierzu die Zustimmung der anderen Eigentümer der Gemeinschaft. Denn die Vergrößerung der Terrassenfläche stellt eine bauliche Veränderung dar (Amtsgericht München, Urteil v. 29.08.18, Az. 485 C 5290/18 WEG).

Wohnungseigentümer verdoppelten Fläche der Steinterrasse

Im entschiedenen Falle ging es um eine Erdgeschosswohnung zu der eine Steinterrasse gehört. An dieser Terrasse steht den Wohnungseigentümern ein Sondernutzungsrecht zu. Die Wohnungseigentümer vergrößerten besagte Terrasse von 5,93 m² auf 12 m². Einen gemeinschaftlichen Beschluss zu der Terrassenvergrößerung hatten die Eigentümer nicht eingeholt.

Nach entsprechender Beschlussfassung verlangte die Eigentümergemeinschaft von den Eigentümern der Erdgeschosswohnung den Rückbau der Terrasse. Da die Wohnungs-eigentümer der Rückbauaufforderung der Verwaltung nicht nachkamen, erhob die Gemeinschaft Klage.

Vergrößerung der Terrasse war bauliche Veränderung

Das Amtsgericht München gab der Eigentümergemeinschaft Recht. Bei der Vergrößerung der Terrasse handelte es sich um eine bauliche Veränderung, der alle Wohnungseigentümer hätten zustimmen müssen. Die Vergrößerung stellte eine optische Beeinträchtigung dar. Hierbei ist eine erhebliche Beeinträchtigung regelmäßig schon dann anzunehmen, wenn eine erhebliche Veränderung des äußeren Erscheinungsbildes vorliegt. Für die Beurteilung des Nachteils kommt es dabei allein darauf an, dass die Veränderung generell von außen her wahrnehmbar ist. Das war hier der Fall, denn die vergrößerte Terrasse war von den darüber liegenden Balkonen ohne weiteres einsehbar.

Außerdem ermöglicht die Vergrößerung der Terrasse eine intensivere Nutzung des Gemeinschaftseigentums, was zu Lärmemissionen führen kann. Eine solche Gefahr einer intensiveren Nutzung des Gemeinschaftseigentums stellt bereits eine nicht hinzunehmende Beeinträchtigung dar. Darauf, ob eine solche Nutzung tatsächlich stattfindet oder beabsichtigt ist, kommt es nicht an

Das Gericht wies auch darauf hin, dass einem Rückbauanspruch der Gemeinschaft nicht entgegensteht, dass möglicherweise auch weitere Terrassen baulich umgestaltet worden sind. Denn auch im Wohnungseigentumsrecht gilt der Grundsatz "keine Gleichheit im Unrecht". Ein Wohnungseigentümer kann daher nicht verlangen, ebenfalls einen unrechtmäßigen Vorteil zu erhalten.

Was bedeutet das Urteil für Eigentümer einer WEG: In der Praxis vergessen Wohnungseigentümer zu deren Wohnung eine Terrasse gehört gerne, dass diese nicht zu Ihrem Sondereigentum gehört. Dennoch gilt: Auch wenn ein Sondernutzungsrecht an der Terrasse besteht, bleibt diese doch Gemeinschaftseigentum. Daher können Wohnungseigentümer mit der Terrasse nicht machen, was Sie wollen, sondern dürfen diese nur entsprechend den Vorgaben Ihrer Teilungserklärung nutzen. Für jede wesentliche Veränderung die sie an der Terrasse vornehmen möchten benötigen sie einen gemeinschaftlichen Beschluss. Für eine bauliche Veränderung, die alle Wohnungseigentümer beeinträchtigt, benötigt man die Zustimmung aller. Denn: Umbauarbeiten, die eine Gemeinschaft nicht per Beschlussfassung abgesegnet hat, droht der Rückbau.


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