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Gewächshaus auf Dachterrasse? Das kann die WEG verhindern

09. November 2017

Darf der Eigentümer einer Dachwohnung auf seiner Dachterrasse ein Gewächshaus errichten? Ohne die Zustimmung der gesamten Wohneigentümergemeinschaft (WEG) geht das nicht, entschied das Amtsgericht München (Urteil v. 07.01.2016, Az. 4 S 250/15).

Keine Verbindung mit dem Gebäude

Eigentlich war es nur ein Anlehn-Gewächshaus, das ein Ehepaar auf seiner Dachterrasse errichtet hatte: einige Aluprofile, Seitenwände aus Glas und ein Dach aus Kunststoff. An keiner Stelle war dieses Gewächshaus mit dem Gebäude verbunden. Auch war sein Gewicht mit 265 Kilogramm nicht dramatisch hoch. Trotzdem war das Gewächshaus der Mehrheit der Wohnungseigentümer ein Dorn im Auge, und das Gericht gab der Klage der Eigentümergemeinschaft Recht: Dieses Gewächshaus war rechtswidrig. Denn ohne Zustimmung der anderen WEG-Mitglieder hätte es gar nicht gebaut werden dürfen.

Dass das Glas-Kunststoffhäuschen an keiner Stelle mit der Bausubstanz der Wohnanlage verbunden war, spielte bei der Entscheidung keine Rolle. Da es die Optik des Gesamtbaues erheblich beeinträchtige, liege hier in jedem Fall eine bauliche Veränderung vor.

„Wildwuchs“ an baulichen Veränderungen: nicht relevant

Das Ehepaar hatte als Einwand noch vorgebracht, in der gesamten Wohnanlage herrsche ein wahrer Wildwuchs an baulichen Veränderungen, die alle von der Eigentümergemeinschaft nicht beanstandet worden seien. Das ändere nichts an der Rechtslage, erwiderte der zuständige Richter. Das Gewächshaus müsse abgebaut werden.

Fazit: Wenn Eigentümer den Bau einer ähnlichen Sache planen, sollte dies nicht ohne die Zustimmung der anderen WEG-Mitglieder umgesetzt werden.


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